AUFTRAGGEBER
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB)

LEISTUNGSUMFANG
Vorentwurf bis Bauleitung

TEAM
Thomas Guba, Alexander Roscher, Grégoire Tourne

FLÄCHE
3.600 m2

BAUKOSTEN
430.000 € (Kostenberechnung)

ZEITRAUM
seit 2016

PROJEKTPARTNER
Rüthnick Architekten, Berlin

ORT
Neues Palais, Park Sanssouci, Potsdam

VERFAHREN
Direktbeauftragung

Jüdische Fakultät und Abraham-Geiger-Kolleg

Schlosspark Sanssouci in Potsdam

Nordwestlich des Neuen Palais im Schlosspark von Sanssouci werden das Nordtorgebäude und die angrenzende Orangerie denkmalgerecht saniert und für die Universitätsnutzung umgebaut: Die Orangerie soll in Zukunft das Institut für jüdische Theologie der Universität Potsdam beherbergen; im Nordtorgebäude wird das Abraham-Geiger-Institut seinen Sitz als Ausbildungsstätte für Rabbiner und Kantoren finden; im sog. ”Westlichen Anbau” wird ein Gebetsraum entstehen. Das Gebäudeensemble ist Teil des Campus der Universität Potsdam und befindet sich im Bereich der UNESCO-Weltkulturerbestätte ”Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin”.

Das Nordtorgebäude wurde 1768 unter Friedrich II. als Wohn- und Dienstgebäude von Hofgärtner und Kastellan errichtet, die Orangerie direkt anschließend erbaut. Nördlich der Gebäude bildete der im 19. Jahrhundert verfüllte Palaisgraben die Grenze des unmittelbaren Schlossbereichs.

 

Der Umbau der Gebäude sieht einen zentralen Eingangsbereich für die drei geplanten Einrichtungen vor: Durch die versetzte Gebäudestellung ist ein kleiner Vorplatz räumlich bereits vorgegeben. Im Schatten der alten Kastanie entsteht ein Treffpunkt von Studierenden, Lehrenden, Forschern und Besuchern.

Der geplante Bodenbelag, ein dänischer Wasserstrichziegel, orientiert sich in seiner speziellen Farbmischung und der hochkanten Verlegeart am historischen ”Mopke-Pflaster“, das im Innenhof des Nordtorgebäudes vollständig erhalten bleibt. Der auf alten Fotos fast italienisch anmutende Innenhof wird lediglich um einen kleinen Wandbrunnen ergänzt und das historische Rosenspalier wieder aufgebaut.

Nördlich des Gebäudeensembles soll der Verlauf des historischen Palaisgrabens wiederhergestellt werden. Er markiert einerseits die historische Parkgrenze und dient andererseits ganz praktisch der Versickerung von anfallendem Niederschlagswasser.
Während die nördliche Grabenseite bereits im späten 18. Jahrhundert ”verlandschaftlicht” wurde und deswegen wieder als Böschung ausgebildet werden soll, hatte der Graben auf der Südseite immer eine gebaute Kante – im Bereich des Nordtorgebäudes durch das Bauwerk selbst gebildet, weiter westlich als Ufermauer. Probegrabungen haben ergeben, dass die Ufermauer nur vor dem ”Westlichen Anbau” erhalten ist und restauriert werden kann. Entlang der Orangerie entsteht hingegen eine neue Ufermauer, wobei mit COR-TEN-Stahl bewusst kein historisches Material gewählt wurde, um deutlich zu machen, dass es sich um eine Neuerrichtung und nicht um eine Wiederherstellung handelt.