Gesamtplan mit vorgeschlagener Korrektur der Grundstücksgrenze.



Parkanlage der Villa Henckel in Potsdam – Gutachten zur Formulierung der gartendenkmalpflegerischen Zielsetzung

Auftraggeber: private Eigentümergemeinschaft
Größe: 13.500 m²
Bearbeitungszeitraum: Oktober 2003 - Mai 2004

Die Villa Henckel auf dem Pfingstberg wurde um 1870 von einem Berliner Bankier errichtet. Er integrierte mehrere bestehende Villen und Lusthäuser in die fast 5 ha umfassende Parkanlage, die auf Planungen des Gärtners Hermann Vollert sowie des bedeutendsten Lennéschülers und Berliner Gartendirektors Gustav Meyer zurückgeht.

Nach einer wechselvollen Geschichte befinden sich heute die Villa selbst und die sie umgebenden Freiflächen in Privatbesitz, während der größere Grundstücksteil von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) verwaltet wird. Die ehemalige Gartenanlage, die unter Denkmalschutz steht, ist stark verwildert und nur noch in Relikten erkennbar. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz.

Ziel des Gutachtens war es zu klären, auf welcher historischen Grundlage die gartendenkmalpflegerische Wiederherstellung der Anlage erfolgen soll, da zum Teil sich widersprechende Pläne vorliegen.

Durch Überlagerung der historischen Pläne, Auswertung von Fotos aus den 30er Jahren und gartenhistorischen Suchgrabungen zum Auffinden der Wege wurde entschieden, dass ein Plan von 1880, der für den damals neuen Besitzer, den Prinzen Karl von Preußen, angefertigt wurde, Grundlage der Wiederherstellung sein soll.

Da das Grundstück ohne Rücksicht auf die historische Wegeführung geteilt wurde, wird ein Flächentausch mit der SPSG angestrebt, um eine sinnvolle Abgrenzung des privaten vom öffentlichen Teil des Grundstückes zu ermöglichen.


Quellen der historischen Pläne und Fotos:
Bild 1: FRITSCHE, 1995: Der Pfingstberg in Potsdam; Hrsg.: SPSG
Bild 2: SPSG, Plansammlung, Inv. 10598
Bild 3: SPSG, Plansammlung, Inv. 10597
Bilder 6-7: Postkartensammlung zum ”Haus Sonnenstätte”, Privatbesitz