Vorplatz in den 1930er Jahren

Denkmalgerechte Wiederherstellung des Parks der Villa Henckel in Potsdam

Auftraggeber: private Eigentümergemeinschaft
Leistungsphasen: Parkpflegekonzept bis Bauleitung
Größe: ca. 13.500 qm
Bearbeitungszeitraum: seit 2009

Um 1870 errichtete der Bankier Henckel neben dem königlichen Belvedere auf dem Pfingstberg eine Turmvilla mit umgebender Parkanlage, die auf Planungen des Gärtners Hermann Vollert sowie des bedeutendsten Lennéschülers und Berliner Gartendirektors Gustav Meyer zurückgeht.

Für den gebäudenahen Bereich, der heute einer privaten Eigentümergemeinschaft gehört – die übrige Fläche des ursprünglich fast 5 ha großen Gesamtareals wird von der Stiftung Preußischen Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) verwaltet – hatten wir bereits 2004 die gartendenkmalpflegerische Zielsetzung erarbeitet (vgl. projekte > gutachten > villa henkel), auf deren Grundlage seit 2009 die denkmalgerechte Wiederherstellung erfolgt.

Während der Arbeiten zeigte sich, dass unter z.T. meterdicken Aufschüttungen große Teile des ursprünglichen Wegesystems, aber auch Parkelemente wie Stützmauern, Wasserbecken und Wasserfall erhalten blieben, die nun sukzessive freigelegt, gesichert und restauriert werden.

So war der Villa talseitig eine großzügige, von einer Stützmauer gehaltene Terrasse vorgelagert, zu deren Füßen der befahrbare Hauptweg verlief. Die Terrasse wurde nach dem Krieg eingeebnet, der Höhenversprung mit Bauschutt aus der Potsdamer Innenstadt verfüllt und begrünt.
Es wurde schnell deutlich, dass die Freilegung der talseitigen Aufschüttung vor jeder anderen Maßnahme erfolgen musste, da sie nicht nur die Reste der Terrasse begrub und den subtilen Übergang von der Villa in den Park negierte, sondern auch die gesamte Topographie im Übergang zum tiefer liegenden Grundstücksteil veränderte. Probeschachtungen ergaben, dass die Mauer in Ihrer Struktur noch erhalten war, so dass beschlossen wurde, sie freizulegen und zu restaurieren.

Die Wiederherstellung der Anlage wird angesichts ihrer Größe noch einige Jahre in Anspruch nehmen und sollte auch Sicherungs- und Auslichtungsmaßnahmen auf der Fläche der SPSG umfassen. Nur so kann der letzte in Potsdam noch erhaltene, von Gustav Meyer geschaffene Privatgarten seine orts- und sozialgeschichtliche Bedeutung den Besuchern vermitteln.